Stuhldiagnostik - Mikrobiom

Analyse des Mikrobioms - Der nichtinvasive Blick in den Darm

Alle im Körper lebenden Keime werden als Mikrobiom bezeichnet. Ihre Anzahl ist riesengroß und entspricht etwa der Zahl der Körperzellen - und diese werden auf etwa 70 Billionen Zellen geschätzt. Alleine im Darm befinden sich etwa 2 kg dieser "Mitbewohner". Der Einfluss des Mikrobioms auf die Gesundheit ist enorm. Darmbakterien beeinflussen den Menschen auf vielfältigste Weise. Sie schützen vor Infektionen, haben einen bedeutenden Anteil an der Nahrungsverwertung und damit einen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung und zudem Auswirkungen auf unser Nervensystem. Unter Stress vermehren sich potentiell pathogene Bakterien besonders stark.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet an unklaren abdominellen Symptomen, die sich als Blähungen, wiederkehrende Durchfälle, Verstopfung, Bauchkrämpfe oder Erbrechen darstellen. Eine löchrige Darmwand – das sogenannte Leaky-gut-Syndrom kann Allergien, Autoimmunerkrankungen (Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis), aber auch Erkrankungen der Leber oder psychische Veränderungen ("Gut-Brain-Axis" = Verbindungsachse Darm-Gehirn: Veränderungen des Serotoninstoffwechsels, Depression, ADHS, Burnout) zur Folge haben.

Der Nachweis von verminderten oder erhöhten Keimzahlen physiologischer wie auch krankmachender Bakterien und Pilze (v.a. Candida-Spezies) kann ein wichtiger Hinweis für die Diagnostik und weitere Behandlung sein.

Beschwerdebilder für eine Stuhluntersuchung

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Rezidivierende Infekte, wiederholte Antibiotikagaben
  • Chronische Müdigkeit, erhöhte Leberwerte
  • Reizdarm, Leaky-gut-Syndrom, Verdauungsbeschwerden wie Blähungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit, Fructose-, Laktose-, Histaminintoleranz, Allergien
  • Hauterkrankungen, Infektanfälligkeit
  • Über- wie auch Untergewicht
  • Hormonelles Ungleichgewicht  – der Darm ist eng mit dem Hormonsystem verbunden
  • depressive Verstimmungen, ADHS

 

Therapie des Darms

Nach dem Befund geht es an die Therapie. Ernährungsempfehlungen, die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen, Präbiotika (das sind nicht verdaubare Ballaststoffe und "Futter" für bestimmte Bakterienarten) oder Probiotika stehen hier zur Wahl. Die Wahl der Probiotika - also der Darmkeime - darf keinesfalls nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Bei einer unkontrollierten Zufuhr scheinbar nützlicher Darmkeime kann es zu einem Ungleichgewicht der Bakterienarten im Darm kommen und sich vorhandene Beschwerden möglicherweise noch verschlechtern. Deshalb gibt vor allem hier der Leitsatz: Vor der Therapie kommt die Diagnostik!

 

Wird die Stuhlanalyse durch die Krankenkasse übernommen?

Eine Analyse des Mikrobioms kann je nach Umfang zwischen 100 und bis zu 500 Euro kosten. Die Rechnungsstellung geschieht direkt durch das ausführende Labor. Bitte klären Sie immer vorab, ob diese Leistungen durch ihre Krankenkasse erstattet werden, da dies nicht in jedem Fall gewährleistet ist. In der Regel übernehmen private Kassen und Zusatzversicherungen diese Leistung.

 

Wie lange dauert es, bis das Ergebnis vorliegt?

Die Stuhlprobe wird an spezielle Labors geschickt. In der Regel dauert die Auswertung 2 - 3 Wochen. Soviel Geduld müssen Sie bitte aufbringen. Meist handelt es sich ohnehin um chronische Beschwerden und somit besteht kein Handlungsbedarf von jetzt auf gleich.

 

Woher habe ich meine Kenntnisse zu diesem komplexen Thema?

Meine Ausbildung zum Thema Diagnostik und Therapie des Mikrobioms erfolgte durch ein Team an naturheilkundlich arbeitenden und erfahrenen Ärzten; u.a. durch Prof. Dr. med. Burghard Schütz, Dr. med. Henning Sartor sowie Dr. med. Markus Pfisterer.