Beschwerdebilder

Schlafstörungen

Sorgen bis zum Morgen

Ein Drittel des Lebens verbringen wir schlafend. Daher ist es logisch, dass eine Unterbrechung des Schlafes oder die fehlende Erholung während der Schlafphasen mittel- oder langfristig zu Beeinträchtigungen oder gar Krankheit führt. Spätestens dann, wenn wir nicht mehr selbstverständlich ins Land der Träume fallen oder morgens gerädert aufwachen, fangen wir an, uns darüber Gedanken zu machen, was sich da eigentlich in der Nacht abspielen sollte und was uns offensichtlich fehlt.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

Mittlerweile sind sich die Schlafforscher einig, dass es ein "normales" Schlafmaß nicht gibt. Erwachsene verbringen durchschnittlich täglich 8,22 h im Bett und eine Schlafdauer von 7,5 h verspricht das längste Leben. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Während einige nach fünf Stunden Schlaf völlig erholt erwachen, benötigen andere bis zu 10 Stunden, um tagsüber frisch zu sein. Kleinkinder, Jugendliche oder kranke Menschen sind meistens ausgeprägte Langschläfer, die zwischen 10 und 14 Stunden schlafen. Prominente Kurzschläfer waren A. v. Humboldt, Napoleon und Edison, während Einstein und Goethe bis zu 14 Stunden Schlaf benötigten.

Manche Menschen haben ihr Leistungshoch am Morgen; es gibt jedoch welche, die in den Abendstunden so richtig aufdrehen und dann am aktivsten sind. Im Volksmund werden die Morgenmenschen Lerchen und die Abendaktiven Eulen genannt. Dementsprechend ist es für die Lerchen sinnvoll früh zu Bett zu gehen, während die Eulen gut damit fahren, erst spät das Bett aufzusuchen.

Schlafmangel macht krank

Gesund schlafen und erholt aufzuwachen ist von enormer Wichtigkeit. Daher sollten Sie die Schlafstörungen ernst nehmen und selbst zum gesunden Schlaf hinarbeiten oder sich bei anhaltenden Problemen durch professionelle Hilfe unterstützen lassen. Ein Schlafmangel kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Das Gehirn reagiert empfindlich auf Schlafentzug meist mit einer Beeinträchtigung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Angst, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Infektanfälligkeit. Ein Drittel bis ein Viertel aller Unfälle gehen auf das Konto Schlafmangel.

Neue Studien stützen zudem den Verdacht, dass zu wenig Schlaf die Entstehung schwerwiegender oder chronischer Erkrankungen begünstigt, denn im Schlaf werden Abbauprodukte abtransportiert, die sich bei Schlafmangel anhäufen können. Möglicherweise führt das zu einer Frühschädigung des Gehirns mit der Gefahr von Demenz und Burnout. Zudem ändert sich bei Schlafentzug der Stoffwechsel mit der Folge, dass die Insulinsensibilität abnimmt und das Risiko von Diabetes Typ 2 steigt. Ein dauerhafter Schlafentzug gehört nach wie vor noch in einigen Ländern zu den beliebten Foltermethoden für Gefängnisinsassen, denn die körperlichen wie auch psychischen Schäden und Folgeschäden beim Opfer sind nur schwer nachweisbar.

Häufige Ursachen für Schlafstörungen

Stress, Ängste und depressive Verstimmungen scheinen die häufigste Ursache von Schlafstörungen zu sein, meinen die Schlafexperten. Auch manche Krankheiten wie das Restless-Legs-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, viele neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie, Gehirntumore, Schlaganfall), chronisch entzündliche Prozesse, Krebserkrankungen oder Atemaussetzer während der Nacht sorgen nicht nur für schlechten Schlaf, sondern später auch für eine Tagesmüdigkeit. Zudem halten uns Schmerzen in den Muskeln, den Ohren, Zähnen oder Husten von der wohlverdienten Nachtruhe ab. Bei Menschen im Schichtdient ist der natürliche Biorhythmus gestört und auch nach Langzeitflügen müssen wir uns an die neue Zeitzone anpassen. Darüber hinaus sind gewisse Verhaltensweisen abträglich für einen gesunden Schlaf. Koffein - vor allem ab den Nachmittagsstunden konsumiert - stimuliert das Nervensystem, so dass wir länger wach bleiben; Alkohol sorgt zwar dafür, dass wir schneller einschlafen, jedoch ist es mit der nächtlichen Ruhe oft schon nach wenigen Stunden wieder vorbei und große Mahlzeiten in den Abendstunden lassen sich oft schlecht verdauen. Nicht zu vergessen, dass einige Medikamente Schlafstörungen verursachen können, weshalb Sie immer den Beipackzettel lesen sollten.

Ein Mangel an Melatonin

Ein Mangel des Schlafhormons Melatonin kann eine der vielfältigen Ursachen sein, dass Sie nachts weder ein- noch durchschlafen können. Ich biete in meiner Praxis einen Hormon-Speicheltest an mit dem sich Mangelzustände von Melatonin bestimmen lassen. Näheres hierzu in der Rubrik Diagnostik "Melatonin im Speichel".

Wann ist professionelle Hilfe angebracht?

Es gibt einige Regeln, ab wann Sie bei Schlafstörungen professionelle Hilfe einholen sollten. Eine andauernde Tagesmüdigkeit, bei schwerwiegenden psychischen Problemen (massive Ängste, Depressionen) und körperlichen Beschwerden wie Atemaussetzer, starkes Schnarchen oder der Verdacht auf körperliche Grunderkrankungen (neurologische Erkrankungen, Krebsleiden, Hormonstörungen, Restless-Legs-Syndrom) sind das Signal für den Arztbesuch. Grundsätzlich sollten Sie sich auch Rat holen, wenn Sie länger als dreimal pro Woche weniger als fünf Stunden schlafen und dieser Zustand länger als einen Monat anhält, wenn Sie nachts regelmäßig aufwachen und danach schlecht einschlafen können oder wenn Sie stets länger als eine halbe Stunde benötigen, um in den Schlaf zu fallen.

 

Pflanzenkräfte für einen erholsamen Schlaf

Baldrian, Hafer, Hopfen, Melisse, Passionsblume sind wohl die bekanntesten Heilpflanzen, die einen erholsamen Schlaf fördern. Ich erstelle für Sie individuelle Rezepte. Je nach Lebensalter und Konstitution braucht der Körper mehr oder weniger starke Reize. Manchmal genügen auch homöopathische Zubereitungen um wieder einen ausgeglichen Rhythmus von Wach- und Schlafzustand zu erreichen.

Traumen, die den Schlaf rauben

Wenn Sorgen, Ängste oder traumatische Ereignisse den Schlaf rauben, sollten wir diese Ereignisse nochmal betrachten, um sie mit psychotherapeutischen Werkzeugen aufzulösen. Die Behandlung von Schlafstörungen sollte aus meiner Sicht immer mit die Ursache einbeziehen. Alles andere ist eine symptomatische Behandlung und für mich nicht das Mittel der Wahl, sondern allenfalls eine vorübergehende Lösung.

 

Wenn Sie zu diesem Thema Unterstützung brauchen, erreichen Sie mich über das Kontaktformular auf der Webseite, unter der eMail-Adresse Naturheilraum@web.de oder kommen Sie nach telefonischer Vereinbarung bei mir in Schwandorf am Marktplatz 19 vorbei. Die Praxis ist gut über die A93 von Regensburg bzw. Weiden erreichbar.

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2019 von Claudia Ritter.

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